Zum ersten Erfahrungs- und Informationsaustausch in diesem Jahr trafen sich Vertreter*innen der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatungsstellen (EUTB) aus dem Regierungsbezirk Münster Ende Mai in den Räumen der EUTB Lebens(t)raum in Münster. Großes Interesse fanden die Präsentationen der Clearingstelle Impfschäden im NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) und der Fachstelle Teilhabeberatung Berlin.
Die EUTB-Vernetzungstreffen haben das Ziel, den gemeinsamen Dialog zu fördern. Sie haben sich mittlerweile zu wichtigen Kommunikationsforen entwickelt. Traditionell hat bei den Treffen der Informations- und Erfahrungsaustausch aus der Praxis breiten Raum. Darüber hinaus gibt es aber auch fachliche Beiträge von externen Referent*innen. Ins Leben gerufen wurden die Treffen vom Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben Münster (KSL.Münster).
Die Clearingstelle Impfschäden
Der Jurist Robert Küll und der Sozialwissenschaftler Christian Fritsch von der Clearingstelle Impfschäden stellten in einem ersten Vortrag die Ziele und Aufgaben ihrer Stabsstelle vor. Diese wurde Anfang 2026 im NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales eingerichtet und hilft Ratsuchenden bei der Klärung und Bearbeitung behördlicher Angelegenheiten, die im Zusammenhang mit einer möglichen Erkrankung nach einer (Corona-) Schutzimpfung stehen. „Die Clearingstelle nimmt Ihr Anliegen auf und prüft, was im Einzelfall hilfreich sein kann und wie Sie unterstützt werden können“, erklärten die beiden Referenten. „Nach dieser Prüfung meldet sich die Clearingstelle bei Ihnen zurück, schildert die Ergebnisse und bespricht mit Ihnen das weitere Vorgehen.“ Voraussetzung ist, dass der Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen liegt. Bislang wurde rund 2.500 Anträge auf Impfschäden und damit auf Entschädigung eingereicht. Die Clearingstelle ist bis zum Jahresende 2026 befristet. Anschlusssysteme seien notwendig, gegebenenfalls könnte dies durch Fachabteilungen des MAGS geleistet werden.
Die Fachstelle Teilhabeberatung
„Die Fachstelle Teilhabeberatung gibt es seit 2017. Seit Januar 2018 unterstützt sie fachlich und organisatorisch die regionalen Beratungsangebote der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung“, berichtete Lars Hemme. Er ist bei der Fachstelle zuständig für das „Team Mitte“, welches die Bundesländer NRW und Hessen umfasst. „Bei uns können sich die EUTB-Beratende mit sozialrechtlichen, sozialpädagogischen und sozialmedizinischen Fragestellungen wenden“, erklärte Lars Hemme. Darüber hinaus berät die Fachstelle Teilhabeberatung rund um das Thema Barrierefreiheit und unterstützt bei Fragen zu Qualität und Öffentlichkeitsarbeit. Beratung, Fortbildung.
„Ich komme sehr gern zu diesen Treffen, weil es die EUTB im Regierungsbezirk Münster gut vernetzt und ich immer eine Menge Erfahrungswissen für meine eigene Arbeit vor Ort mitnehmen kann“, sagte Christiane Moorkamp, Leiterin der EUTB Lebens(t)raum Münster. Das nächste EUTB-Vernetzungstreffen findet am 6. Oktober 2026 in Rheine statt.
Foto: Marcel Scharf/KSL.Münster