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Völlig losgelöst mit VR-Brille

11.06.2026
Das Foto zeigt Marcel Scharf. Er trägt Bart und Brille. Seine Haare hat er ganz kurz rasiert. Er trägt ein grünes T-Shirt. In der Hand hält er eine VR-Brille.

Von Roxel aus am holländischen Nordseestrand wandern. Die Orang-Utans im Regenwald beobachten. Durch die quirlige Großstadt in Vietnam schlendern. Mit einem Riesenrochen in der Tiefsee schwimmen. Mit der Raumstation ISS im Weltraum schweben. Ohne den beschaulichen Münsteraner Stadtteil verlassen zu müssen. Das alles ist mit einer Virtual Reality (VR)-Brille möglich. Marcel Scharf, Referent für strukturelle Beratung beim KSL.Münster, tauchte mit den Teilnehmenden des Workshops „VR-Brillen Erlebnis“ im LadenLokal Roxel ein in andere Welten. 

„VR steht für Virtual Reality. Das ist eine Technologie, mit der im Computer eine dreidimensionale Welt erschaffen wird“, erklärt Marcel Scharf eingangs der Veranstaltung. „Mithilfe einer speziellen VR-Brille mit eingebauten Kopfhörern könnt ihr visuell und akustisch komplett in diese künstliche Umgebung eintauchen. Dabei könnt ihr euch frei bewegen und auch in dem Geschehen aktiv teilnehmen.“ Bei den Teilnehmenden im LadenLokal Roxel löst seine Erklärungen zunächst ungläubiges Staunen und Zurückhaltung aus. Denn bis auf eine Teilnehmerin hat bis dahin noch niemand diese Technologie ausprobiert. 

Um nicht lange in der Theorie zu verweilen und auch die mulmigen Gefühle zu entkräften, lädt Marcel Scharf die Teilnehmenden ein, aus den mitgelieferten Reisebeispielen einen Ort auszuwählen, an den man schon immer einmal reisen wollte. Wolfgang bricht als erster den Bann. Er will allerdings gerne in der Nähe bleiben und entscheidet sich für einen virtuellen Rundgang durch den geschichtsträchtigen Erbdrostenhof in Münster. Dazu setzt der Referent vom KSL.Münster ihm vorsichtig die VR-Brille auf den Kopf und startet den Kurztrip auf dem Computer. Nach einigen Minuten ist die Computer-Reise beendet. Wolfgangs Eindruck: „Einfach geil. Als wäre ich wirklich durch die Räume gegangen. Mit der Brille hat man den Computer direkt vor den Augen.“ 

Damit ist die anfängliche Scheu der meisten Teilnehmenden vor der neuen Technik verflogen. Cäcilie packt sogleich das Fernweh. Zuerst wünscht sie sich eine Fahrt durch Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam. Und dann hebt sie auch noch ab von der Erde und schwebt in der Raumstation ISS durch das Weltall. Katrin zerstreut ebenfalls ihre Vorbehalte und beobachtet Orang-Utans im Dschungel. Und Wolfgang tauscht schließlich noch in die tiefsten Tiefen des Pazifiks, um mit einem Mantarochen Seite an Seite zu schwimmen (Fotos unten). 

EinTeilnehmer taucht mittels einer VR-Brille in die Tiefsee.

 

VR unterstützt digitale Teilhabe

VR macht digitale Teilhabe praktisch erfahrbar, weiß Marcel Scharf. „Menschen können die Technologie selbst ausprobieren und Berührungsängste gegenüber Technik abbauen“, sagt der Referent für strukturelle Beratung beim KSL. Münster mit dem Schwerpunkt „Digital Teilhabe“. Die VR-Technologie ist seiner Meinung nach dabei eine großartige Möglichkeit, Teilhabe zu unterstützen. Bestimmte Orte, die kaum oder gar nicht zugänglich oder nur eingeschränkt barrierearm sind, können wirklichkeitsnah erlebt werden, ohne selbst vor Ort sein zu müssen. „Digitale Teilhabe bedeutet somit nicht nur Zugang zu Smartphones und Internet, sondern auch die Möglichkeit, neue Technologien begleitend kennenzulernen und für mehr Teilhabe nutzbar zu machen“, sagt Marcel Scharf.

LadenLokal: Jeder kann mitmachen

Für Antonia Krug und Ann-Katrin Sechtem vom LadenLokal Roxel ist der Workshop ein weiterer erlebnisreicher Baustein in einem umfangreichen Programm des Quartierstreff. „Unser LadenLokal Roxel ist ein inklusiver Ort der Begegnung“, erklärt Antonia Krug. „Wir möchten gemeinsam Angebote für Menschen mit und ohne Behinderung schaffen, Beziehungen stärken, Barrieren abbauen und Freundschaften fördern.“

Seit gut einem Jahr ist das LadenLokal nunmehr am Start. Träger ist die Alexianer Stiftung Tilbeck GmbH. Weitere inklusive Begegnungsstätten dieser Art gibt es in Havixbeck und Nottuln. Finanziell gefördert werden die Projekte von der Aktion Mensch.

Die Angebote im LadenLokal Roxel kommen bei den Bewohner*innen der örtlichen Wohneinrichtung des Stifts Tilbeck und den Einwohner*innen von Roxel immer besser an. „Neben unseren eigenen Angeboten nehmen wir gerne auch neue Aktivitäten mit ins Programm“, sagt Ann-Katrin Sechtem. „Wer Ideen, Wünsche oder auch schon konkrete Vorschläge hat, findet hier bei uns einen kreativen Ort für Begegnung und Austausch.“ 

Die freundliche Atmosphäre im LadenLokal und die gute Stimmung in den Veranstaltungen motiviert offensichtlich zum Mitmachen. So löst die Reise durch virtuelle Welten bei den Teilnehmenden sogleich den Wunsch aus, das Thema weiter im Programm zu behalten und neue „Reiseziele“ in der näheren und weiteren Umgebung virtuell umzusetzen.

Das Foto zeigt die Teilnehmenden des Seminars.

Die Teilnehmenden des Workshops erhielten einen lebendigen Eindruck von den vielen Möglichkeiten der VR-Technologie.

Text und Fotos: Michael Kalthoff-Mahnke/KSL.Münster