Gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben (KSL) für den Regierungsbezirk Düsseldorf haben wir zu einem Fachtag für die inklusive Öffnung der Beratungsangebote eingeladen.

In der Stadthalle Vennehof in Borken trafen sich am 25. Juni 2019 knapp 50 interessierte Personen.

Gekommen waren Menschen mit Behinderung, Berater*innen, Vertreter*innen der Behindertenhilfe, der Kommunen und der Selbsthilfe.

Zwei Vorträge zur Einführung erwarteten die Besucher*innen am Vormittag. Nach der Mittagspause bot sich in drei Themencafes die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Erfahrungen wurden rege ausgetauscht und die große Vielfalt der bestehenden Beratungslandschaft wurde deutlich. Die Teilnehmenden sprachen offen über Hindernisse und gute Beispiele in der eigenen Region, die konkret Lösungen und Wege aufgezeigt haben.

Einen besonderen Dank gilt den Leitungen der drei Themen-Cafés „Inklusive Öffnung der Beratungsangebote. Was braucht‘s für die Umsetzung?“, die den Austausch der Kleingruppen moderierten und die Ergebnisse sammelten.

Je zwei Mitarbeiter*innen der folgenden Institutionen waren vertreten:

Koordinierungsstelle "Inklusives Borken"

Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Bistum Münster, Beratungsstelle Wesel

Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung im Kreis Borken

Der Fachtag hat die Menschen näher zusammengeführt und ein Bewusstsein für die inklusive Öffnung der Beratungsangebote für Menschen mit Behinderung geschaffen.

Vielen lieben Dank an die, die mit dazu beigetragen haben, dass dieser Tag für alle eine Bereicherung wurde.

Das Team vom KSL Münster

Moderationswand mit vielen Karten, die die Ergebnisse der Themen-Cafés darstellen.

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Transkription der zusammengefassten Ergebnisse aus den drei Themen-Cafés

Im Rahmen des Fachtages am 25.06.2019 in Borken, haben sich Teilnehmende in Kleingruppen zu Fragestellungen für eine inklusive Öffnung der Beratungsangebote ausgetauscht. Die Ergebnisse wurden auf Moderationskarten festgehalten. Für eine barrierefreie Teilhabe wurden die handschriftlichen Texte transkribiert. Durch anklicken der jeweiligen Fragestellung, werden die dazugehörigen Ergebnisse angezeigt.

Was ist wichtig in dem Prozess der inklusiven Öffnung?
  • einen Anfang schaffen z.B. Umbaumaßnahmen, Klienten kommen mit kognitiven Einschränkungen
  • Offenheit
  • Perspektivwechsel (Verständnis)
  • Haltung!
  • Netzwerk/ Kooperation
  • Werbung machen über Angebote
  • Transparenz
  • Inklusion bei/ in der Ausbildung
  • Peer-Gedanke
  • Empowerment
  • Kommunikation: Individualität der Beratung, individuelle Bedarfe
  • Aufklärung
Was gelingt bereits gut?
  • Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung sind nah an den Menschen erleichtern Zugänge
  • selbstbetroffene Kollegen Hörschädigungen
  • psychologische Beratung gut ausgebaut
  • Dolmetscher/ Technik
  • Zeit
  • Wahlmöglichkeiten
  • KoKoBe - Kontakt Koordination Beratung seit 2005
  • Familien in unterschiedlichen Lebenssituationen erreichen
  • Perspektivplanung
  • Eigeninteresse/ Wünsche stehen im Vordergrund
  • Freiraum
  • Nahverkehrsmittel
  • Vertonung von Texten (Internetseite)
  • Menschen mit Behinderung kein "Sozialfall" mehr
  • Bedarfe bei Krankenkassen deutlicher geworden
  • Bewusstseinsbildung
  • große Bereitschaft von Kollegen sich auf Thema einzulassen
  • Kontakte knüpfen
  • Selbstreflexion: Was hindert uns?
  • Netzwerke können selbstständig wachsen
  • direkter Kontakt zu Experten schafft Netzwerke
  • Türöffner: Expertenwissen Betroffener von körperlicher Behinderung
Wie geht's? Die Erfahrungswelt von Menschen mit Behinderungen berücksichtigen!
  • Selbstbestimmung
  • Erfahrungswissen des Einzelnen berücksichtigen!
  • Betroffene sprechen und planen mit
  • frühzeitige Öffnung
  • Peer und Profi (Tandem)
  • erlebtes ernst nehmen
  • Perspektivwechsel
  • Trialog
Wo liegen Hindernisse?
  • in den Köpfen der Gesellschaft
  • Bürokratie
  • erlernte Hilflosigkeit
  • fehlende Selbstbestimmung (Pädagogen, Behörden, ...)
  • "festhalten"
  • fehlende Möglichkeiten der Selbstbestimmung
  • Barrierefreiheit: Bordsteine, Stadtpark, Leichte Sprache
  • Konkurrenz
  • Zugänglichkeit
  • fehlende "Sichtbarkeit"
  • Finanzierung
  • minimale Kränkungen im Leben wiederholen sich - Coping Strategien
  • mehr Einbezug von Betroffenen
  • direkte Ansprache ausbaufähig
  • es fehlen Fortbildungen für Berater - Was brauchen wir dafür?
Welche Unterstützung wünschen Sie sich (von wem)?
  • Zusammenarbeit mit Behörden
  • Stadt/ Kommune (transparent, niedrigschwellig)
  • aus der Politik
  • finanzielle
  • politische Unterstützung in finanzieller Art für Planung von Projekten mir Betroffenen
  • von anderen Beratungsstellen
  • größeres Netzwerk
  • Ermittlung der unterschiedlichen Bedarfe (verschiedene Ansprechpartner, sich vernetzen)
  • Initiative der Mitarbeiter der Behindertenhilfe
  • Entbürokratisierung
  • klare Regelungen
  • mehr Transparenz
  • mehr Offenheit/ Informationen
  • Gestaltungsmöglichkeiten
  • Verstetigung statt "kurze Projektarbeit"
  • kurze Wartezeiten
  • Berater kennen Methoden die zu Klient passen
  • wissen, dass man mit Problem ernst genommen wird
  • Haltung: Challenge statt Hindernis